„Am besten lebt es sich in einer untergehenden Kultur, wenigstens anfangs,
wenn man noch von den Ideen und dem Fleiß der Vorväter zehren kann. “ [1]
Volkmar Weiss, Intelligenzforscher

Um langfristige Entwicklungen einer Industriegesellschaft nachvollziehen und treffgenau vorhersagen zu können, sind historische und soziologische Analysen sinnvoll. Löblich ist auch der optimistische Elan von linken Gruppierungen, die nun, über 100 Jahre nach dem Beginn des Begabungsschwundes im deutschen Volk, Plakate mit Parolen fertigen: „Der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen“, bei welchen die im Motiv zusammengebundenen Schnürsenkel sicherlich die pfiffige Metapher für die Zerschlagung eines gordischen Knotens darstellt.
In einem Zusammenhang mit seinem Buch „Das Reich Artam“ [1] resümierte der Intelligenzforscher Vokmar Weiss den „Kreislauf der Bevölkerungsqualität und der politischen Verfassungen der Industriegesellschaft“, wobei das Wertvolle jenes Buches nicht in seiner schlichten Handlung oder den walserschen Obszönitäten besteht, sondern in jenen Kapiteln mit den Veranschaulichungen der Fragen, welche den Auf- und Abstieg von Gesellschaften beinhalten. Die Subsumierung von Oswald Spenglers Darstellungen eines Kulturverfalls und Wilhelm Hartnackes Warnungen vor dem Begabungsschwund bietet sicherlich Stoff für Thriller, die in populärwissenschaftlichem Gewande interessante Aspekte vermitteln können, wobei der verarbeitete Anteil wissenschaftlichen Inhaltes und seichter Unterhaltung immer einer Abwägung geschuldet ist, welche Klientel man erreichen möchte.
Wenn wir die Geschichte vergangener Hochkulturen überblicken – das allen bekannte Beispiel ist die Geschichte des Römischen Reiches – so fällt auf, daß lange vor dem äußeren Zusammenbruch ein innerer Verfall einsetzte. Von einem gewissen Punkt an gab es fast nur noch Mißerfolge. Die Wirtschaft stagnierte und die Finanzen des Staates, der Städte und der Gemeinden gerieten immer stärker in Unordnung, die Zahl der Unterstützungsempfänger stieg von Jahr zu Jahr, obwohl jeder neue Herrscher mit dem erklärten Ziel antrat, diese Zahl zu senken. Die Sicherheit der Bürger war gefährdet, das Auftreten von Mann und Frau hatte sich ebenso verändert wie das Verhältnis von Jung und Alt. Die gesamte Gesellschaft schien wie von einer Krankheit befallen zu sein und unfähig geworden, richtige Entscheidungen zu treffen und auszuführen. Obwohl keiner den Niedergang wollte, steuerten die Staaten und ihre Menschen mit innerer Folgerichtigkeit auf einen Abgrund zu, so als wäre es ihr eigentliches Ziel, in den Abgrund zu stürzen.
Eine Kultur im Aufstieg setzt eine gewisse Anzahl von Menschen voraus, so daß nicht alle damit beschäftigt sein brauchen, nur für ihre täglichen Bedürfnisse zu sorgen, sondern viele gering Qualifizierte die alltäglichen Arbeiten für wenige Hochqualifizierte verrichten, sie entlasten und ihnen damit die Möglichkeit geben, ihre speziellen Begabungen zum Nutzen aller einsetzen zu können. Die Völker Kerneuropas, die seit mehreren Generationen fleißig gearbeitet, bescheiden gelebt und vom Einfallsreichtum ihrer Begabten profitiert hatten, erreichten um 1800 und dann in den folgenden Jahrzehnten immer ausgeprägter, daß sich ihre Lebensbedingungen tatsächlich und fühlbar verbesserten. Seit es Hygiene gab, Impfungen und steigende landwirtschaftliche Erträge, erhöhte sich die Geburtenzahl und die Sterblichkeit der Säuglinge und Kleinkinder ging sehr stark zurück. Die Einwohnerzahlen stiegen. Als die Eisenbahn größere Transportleistungen und damit die Versorgung großer Binnenstädte ermöglichte, konzentrierten sich die Menschen in den städtischen Ballungsräumen. Ein neues Zeitalter hatte begonnen, das unendlichen Fortschritt zu versprechen schien.
Der Aufstieg zu einer Hochkultur verläuft ebenso wie der Abstieg über viele Generationen, ehe sich letzterer im eigentlichen Zusammenbruch in katastrophaler Weise beschleunigt. Der Aufstieg geht mit einem langsamen Anstieg der Zahl und des Anteils der Begabten, die folgerichtig denken und schließen können, einher. Umgekehrt bewirkt die Abnahme der geistigen Fähigkeiten, das Seltenerwerden der Begabten, einen langsamen Verfall der Kultur. Der Niedergang wird stets durch die Ausdünnung der Elite eingeleitet, denn allein ihr Wirken hat zur Folge, daß eine Volkswirtschaft ihre Konkurrenzfähigkeit behält oder verliert. Eine Hauptforderung der überfüllten Gesellschaft ist deshalb stets die nach der Enteignung der Besitzenden. Bereits im total überfüllten alten Rom versuchte man, die sozialen Spannungen durch Umverteilung und Enteignung der Besitzenden zu beheben, jedoch ohne Erfolg. Hat ein Volk erst einmal den Zenit seiner Entwicklung durchschritten, so werden instinktiv von der Mehrheit alle Vorschläge abgelehnt, die geeignet wären, den Niedergang zu hemmen oder gar zu stoppen. Ohne daß den Massen die Folgen bewußt sind, bejubeln sie in einer Demokratie mit allgemeinem Stimmrecht – so als wären sie biologisch gesteuert – stets jene Maßnahmen, die ihre momentane Lage erleichtern, die aber mit Sicherheit zu einer mittel- und langfristigen Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage führen und in einer Katastrophe enden.
Ein Tier, das kein Revier beherrscht, hat keine Nachkommen. Auch sämtliche Kulturen der Menschen haben sich ursprünglich nach dem Grundsatz entwickelt: Nur der, der etwas besaß und gesund war, gelangte zur Heirat und zur Fortpflanzung. Solange der allgemeine Wohlstand gering war, fanden die Armen und die Besitzlosen meist keinen Partner. Bis um 1850 gab es fast überall Heiratsverbote für Besitzlose. In Mitteleuropa hatte ein Ehepaar auf einem Vollbauerngut im Durchschnitt sechs oder sieben Kinder, von denen vier das Heiratsalter erreichten, die anderen jedoch früher starben. Ein Ehepaar mit nur einem Haus und wenig Land hatte drei oder vier Kinder, von denen nur selten mehr als eines das Heiratsalter erreichte. Da die Zahl der Vollbauernstellen aber begrenzt war, mußte in jeder Generation ein Teil der Kinder eine neue Existenz gründen, wobei die Untüchtigen oder wenig vom Glück Begünstigten einen sozialen Abstieg in Kauf nehmen mußten, der wiederum die Überlebenschancen ihrer Kinder verringerte. Es fand ein Ausleseprozeß statt, der den Alltag unserer Vorfahren bis an die Schwelle der sogenannten Moderne bestimmte, ja ihre Voraussetzung war. Größere Kinderzahlen und höhere Aufwuchszahlen fand man nur bei den Besitzenden. Sie konnten Frau und Kinder ernähren, sie benötigten Erben als Nachfolger für Haus, Hof, das Geschäft oder den Betrieb. Die Wohlhabenderen waren aber meist auch die Klügeren, die Gesünderen. So vermehrten sich unter den ungünstigen Lebensbedingungen vor 1850 die Tüchtigen, die Gescheiten stärker als die Untüchtigen. Mit ihrem Fleiß und ihren Einfällen verbesserten die Tüchtigen die Lebensbedingungen für das gesamte Volk. Diese Voraussetzungen erlaubten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nun auch den Armen, den Dummen und den Trägen die Aufzucht einer großen Kinderschar.
Bereits während des 19. Jahrhunderts begann der Prozentsatz der auf Unterstützung und Hilfe Angewiesenen unaufhaltsam zu steigen. Die Dörfer, in denen sie Heimatrecht hatten, waren verpflichtet, Alte und Erwerbsunfähige zu unterstützen. Als die Zahl der Menschen, die in das Umland der großen Städte abgewandert waren, über alle Maßen anwuchs, sahen sich sie Dörfer außerstande, den Verpflichtungen des Heimatrechts nachzukommen. Um das Elend der verstädterten Massen zu lindern, erließ Bismarck die ersten Sozialgesetze, um den Forderungen der nach allgemeiner Gleichheit drängenden Sozialisten und Kommunisten die Spitze zu nehmen. Während die Leistungsfähigen begannen, die Zahl ihrer Kinder zu beschränken, sanken die Kinderzahlen bei den Leistungsschwachen erst Jahrzehnte später. Für ihre Kinder forderten und erhielten sie staatliche Unterstützung. Auf diese Weise begann die Züchtung der Dummheit.
Nach 1900 bekamen die Armen im Durchschnitt die meisten Kinder. Die Armen waren und sind aber oft auch die geistig und körperlich Schwächeren. Ein Volk aber, das zu einem wachsenden Prozentsatz aus kränklichen, defektbehafteten oder auch nur leistungsschwachen Individuen besteht, an die ständig steigende Solidaritätszahlungen geleistet werden, wird als Volk allmählich leistungsschwächer. So wie Tiere ihre Potenz durch Balzen zur Schau stellen, so unterstreichen beim Menschen Sozialprestige und Prestigekonsum den sozialen Status. In aufsteigenden Gesellschaften haben die Männer mit der größten Potenz, die Erfolgreichsten, auch die attraktivsten Frauen und die meisten Nachkommen. In Gesellschaften jedoch, die sich dem Gipfel des Zyklus’ nähern, verkommt das Balzen von Mann und Frau immer mehr zum Selbstzweck. Ihr Modebewußtsein, ihre Automarke, ihre Prestigereise auf die Seychellen und ihr Gurren auf den Fernsehschirmen stehen in keinem Zusammenhang mehr mit der Zahl und der Qualität ihrer Nachkommen.
Beim Menschen ist es nicht anders als bei den Tieren. Fördert man die Vermehrung von Ackergäulen, erhält man auch Ackergäule und keine Rennpferde. Die Leistungskraft eines Volkes steht aber in einem direkten Verhältnis zur Prozentzahl der vorhandenen Klugen und Tüchtigen. Schon als Maurermeister braucht man einen IQ von mindestens 105, um richtig kalkulieren zu können. Die Konstruktion einer neuen technischen Anlage setzt einen IQ von 124 und höher voraus. Der Prozentsatz der Personen mit einem IQ über 105 – der bei einem tüchtigen Volk … etwa 40% ausmachte – steht damit in einem direkten Zusammenhang mit dem Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt. Die Klugen und Tüchtigen lassen sich nicht durch Schule und Ausbildung je nach Bedarf erzeugen, ihre Zahl ist vielmehr genetisch angelegt, wie die der Rennpferde auch.
Mangel an Entfaltungsmöglichkeiten und Raumenge wird von der Oberschicht in anderer Weise und viel früher wahrgenommen als von der Unterschicht, am stärksten jedoch von der nach oben strebenden Mittelschicht. Die gebildeten Mittleren reagierten deshalb als erste auf Raumenge mit Geburtenbeschränkung. Als sich um 1880 die Menschen vom Land und den Kleinstädten auf der Suche nach Arbeit und Brot in den gewerbefleißigen Dörfern rund um die großen Städte ballten, die mit den industriellen Vororten rasch zu Großstädten und Millionenstädten zusammenwuchsen, da war mit dieser Ballung der Menschen der Aufstieg der Sozialisten verbunden, die Forderung nach Gleichheit und dem allgemeinen Stimmrecht. Beeindruckt von dem entstandenen Gedränge und den sich verringernden Chancen zum sozialen Aufstieg, begannen die Gebildeten und Verantwortungsbewußten mit der Empfängnisverhütung, die den notwendigen Zusammenhang von Ursache und Folge im Chaosszenario herstellt.
Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein starben wegen der ungesunden Lebensverhältnisse in allen großen Städten mehr Menschen, als geboren worden sind, und die großen Städte konnten ihre Einwohnerzahl nur durch ständige Zuwanderung halten und dann sogar mehren. … Aber unter welchen Voraussetzungen? Unsere Vorfahren hatten genau darauf geachtet, daß pro Generation nur die Personenzahl in der Stadt als Bürger aufgenommen worden ist, deren Gewerbe und Arbeit in der Stadt gebraucht wurde. Wer Bürger werden wollte, mußte bereit sein, sich an Art und Sprache der Stadt anzupassen. Diejenigen, die in der Stadt keine Arbeit hatten, mußten die Stadt wieder verlassen. Ein Heer von Proletariern, das auf Staatskosten gefüttert wurde, wie in der Endphase Roms – solche Zustände konnte und wollte sich keine gesunde Stadt leisten. Die Einwanderungspolitik einiger Länder, wie z. B. Neuseelands, versuchte … genau das zustande zu bringen, was früher die Grundlage jeder wirtschaftlich blühenden Stadt war.
Hat eine Art, hat eine Bevölkerung oder hat gar die gesamte Menschheit den Raum überfüllt, so wendet sich die Evolution gegen die betreffende Population als Ganzes, und Einzelschicksale spielen in dieser Katastrophe keine große Rolle mehr. Bei Überfüllung des Raumes ist im göttlichen Plan der Natur vorgesehen, vor allem die Nachkommen zu schädigen, so daß sich sowohl ihre Quantität wie ihre Qualität vermindert. Unabdingbare Voraussetzung für eine große Schar gesunder Kinder ist die Zahl vitaler Frauen. Muß aber infolge Überfüllung die Geburtenrate rückläufig werden und sollen die Nachkommen wenig lebenstüchtig und in ihrer Konstitution schwächlich sein, so muß primär das weibliche Geschlecht insgesamt, ganz besonders aber in seiner durch nichts ersetzbaren Fortpflanzungsfunktion geschädigt werden. Das geschieht am wirkungsvollsten, indem man es aus seiner jahrtausendealten, gegenüber dem männlichen Geschlecht andersartigen, Stellung entfernt und auf seine völlige Gleichstellung im Arbeits- und Berufsleben drängt.
Die europäische Nation, die als erste in dem irgendwann im 17. Jahrhundert einsetzenden Zyklus eine hohe Bevölkerungsdichte erreichte, waren die Franzosen. Das aufstrebende Bürgertum spürte die Beschränkung der Reichweite am ersten und heftigsten, aber das Streben nach Veränderung erfaßte auch die unteren Schichten. Im Gedränge stört der andersartige, höhergestellte Mitmensch am meisten, während der gleiche noch am ehesten erträglich ist. Dieser Zwang zur Gleichheit verlangt die Beseitigung der Individuen, die aus einer Masse herausragen und das Streben nach einem für alle erreichbaren und daher relativ niedrigen Niveau auf sämtlichen Gebieten, und die staatlich organisierte Umverteilung, die wiederum die Zentralisierung der Verwaltung voraussetzt. Unter der Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ dezimierte die Französische Revolution, als erste Revolution in unserem Zyklus, nicht nur die Aristokratie, sondern köpfte alsbald jeden aus der Masse herausragenden Geist, und zum ersten Mal sanken danach die Geburtenzahlen in einem vom unaufhaltsamen Fortschritt befallenen Land (also in Frankreich) dramatisch. Da in anderen Ländern weder mit dem Ventil der überseeischen Auswanderung noch mit dem Verheizen der Söhne in den Schützengräben des Weltkriegs genügend Dampf abgelassen werden konnte, brach sich die Gleichheitsideologie in Form von Kommunismus und Sozialdemokratie Bahn und gipfelte in den Revolutionen von 1917 und 1918 in Rußland und Deutschland.
Die Judenpogrome in der Ukraine, die Hunderttausende Juden nach Mitteleuropa trieben, sind nichts anderes als eine weitere Erscheinungsform des Kampfes gegen das Ungleiche im enger werdenden Raum gewesen. Waren in der sozialen Oberschicht die Angehörigen einer anderen Rasse oder eines anderen Volkes besonders häufig vertreten, so wurden sie früher oder später zwangsläufig zur Zielscheibe, nicht nur die Juden. Regionale Wirtschaftseliten wie die Chinesen in Südostasien, die Libanesen in Westafrika, die Inder in Ostafrika, … die Deutschen in Ost- und Südosteuropa …, die Kreolen in Lateinamerika, die Weißen in Südafrika, die Armenier in Kleinasien – sie alle wurden früher oder später zum Gegenstand von Terror und Vertreibung, ja Ausrottung. Wer bei demokratischen Wahlen die Masse gegen eine rassisch, ethnisch und sozial abgehobene Wirtschaftselite aufbrachte, hatte gute Chancen, die Wahlen und die Macht zu gewinnen.
Der sich über mehrere Jahrhunderte erstreckende Zyklus, der vom Ende des 17. Jahrhunderts bis in die Mitte des 21. Jahrhunderts ablief, bestand aus Auf- und Abstieg, jedoch niemals geradlinig, sondern innerhalb der Grundrichtung wellenförmig, manchmal beschleunigt, manchmal gebremst. Wann war der Umkehrpunkt erreicht, von dem an es kein Zurück mehr gab? Es ist im übertragenen Sinne der Punkt, an dem der Brennsatz der Rakete erlischt. Von diesem Punkt an verläuft der Flug nach den Gesetzen einer ballistischen Kurve, anfänglich noch steigend, dann aber langsam umkippend und schließlich immer rascher abwärts stürzend. Für das Deutsche Reich lag dieser Punkt zweifellos bereits zwischen den Jahren 1880 und 1890. Dieser Punkt ist nicht zu verwechseln mit dem Scheitelpunkt einer Kultur, von dem es dann mehr oder wenig schnell, aber ständig abwärts geht. Dieser Zenit, erkennbar vor allem an der Weltgeltung der deutschsprachigen Wissenschaft, lag nach 1918.
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[1] Volkmar Weiss: „Das Reich Artam: Die alternative Geschichte der Deutschen 1941-2099″, 2007
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Schön geschrieben aber natürlich sozialdarwinistisch und deshalb falsch. Egal, wie richtig es auch ist.
Intelligenzforschung? Eher eine eindeutigen wirtschaftlichen und sozialen Gesinnung, die in diesem Artikel zum Ausruck kommt. Das ganze als wissenschaftliche Erkenntnis verbrämt. Propaganda pur. Aber vielleicht ist der Artikel so, aus dem Buch gerissen, missverständlich.
@christian
Der Text ist natürlich aus einem utopischen Roman, in welchem man um das Jahr 2160 rückblickend bilanziert. Ansonsten kann man natürlich immer trefflich eine vermutete Gesinnung heranziehen, um zu diskreditieren. Konstruktiver allerdings wären Fakten & Analysen zur Widerlegung und ein daraus resultierender nüchterner Disput, um die Wahrheit abwägen zu können.
Es klingt plausibel, aber ich glaube -auf Grund der sehr gekonnten Sprache- wird man hier ganz gut geblendet.
Zudem ist der Text sehr radikal, was ihm die Glaubwürdigkeit letztendlich nimmt.
Subjektiv empfundene Radikalität kann kein Gradmesser für die objektive Richtigkeit von Aussagen sein. Zudem und noch einmal: Es ist ein Fragment aus einem utopischen Roman, und eine Polarisierung ist schon aus stilistischen Gründen legitim. Erwünscht wäre auch von jenen, die das Geschriebene ablehnen, eine inhaltliche und argumentative Entgegnung.
Das ist doch ein Blender-Text
Aber das hier ist kein SMS-Chat, auch wenn bei getroffenen Hunden ein Bedürfnis zur Lautgebung besteht. Wir sind zwar keine Freunde der Löschtaste, aber auch keine Freunde fortlaufender Wiederholungen: entweder „inhaltliche und argumentative Entgegnung“ oder ¡adiós para siempre!
Ich unterstelle jetzt einfach einmal, daß die Blogbetreiberin das Buch von V. Weiss gelesen hat. Auf dieser Basis ebenso einfach meine unverblümte Frage: Sieht der Autor irgendeine (erfolgversprechende) Möglichkeit des Gegensteuerns? Oder hält er den Prozeß für gesetzmäßig und damit unausweichlich?
Als ich mir die Leserkommentare durchlas, fühlte ich mich einmal mehr in meiner Ansicht bestätigt, daß es sich hier nicht um Angehörige eines Volkes mit (zwei ! ) unterschiedlichen Meinungen handelt, sondern um Angehörige von zwei (theoretischen) Völkern mit jeweils einer Meinung; ‘Volk A’ repräsentiert durch Kommentator Karl-Eduard, und ‘Volk B’ – repräsentiert durch die Kommentatoren ‘Christian’, ‘XYZ’ und ‘Xtra7′.
Entgegen der Blogbetreiberin würde ich keinen Wert mehr auf irgendeinen gedanklichen Austausch mit den Angehörigen von ‘Volk B’ legen; stattdessen wäre ich glücklich, fänden sich genügend theoretische Angehörige von ‘Volk A’, die bereit wären die Konsequenzen zu ziehen, sich an einem selbst gewählten Ort zu versammeln und einen eigenen Staat anzustreben. Im existierenden Staat von ‘Volk B’ haben sie selber keine Mehrheits- und damit auch keine Überlebenschance. Die (derzeitigen) Noch-Angehörigen von ‘Volk B’ haben zwar genauso wenig Überlebenschancen – aber im Gegensatz zu mir stört es sie nicht.
Die Wahl eines möglichen Niederlassungsortes wäre schon dadurch einzugrenzen, als es sich um einen Ort handeln müßte, der den obigen Repräsentanten von ‘Volk B’ (vermutlich) instinktiv zuwider wäre; also ohne rave, ohne dark-room und ohne big-city-lights – in einem Satz: es müßte ein langweiliger Ort sein!
Man müßte nicht einmal ‘gegen’ irgendetwas ‘kämpfen’, sondern nur versuchen eine überlebensfähige Ordnung zu leben, während der Staat von ‘Volk B’ gesetzmäßig dem Ziel entgegenstrebt, dem er eben entgegenstrebt. Die Erfolgreichen und Leistungsfähigen aus dem Einzugsbereich von ‘Volk B’ klopfen früher oder später … nein, doch eher ‘früher’ nehme ich an, an unsere Tür und diese dann zu ‘integrieren’ sollte nicht allzu schwer sein.
‘Volk A’ wäre dann das Volk der Rückständigen, Reaktionäre und Faschisten – wohingegen ‘Volk B’ das Volk der Fortschrittlichen, Kolorierten und Antifaschisten wäre, das zudem noch das Kainsmal… oh pardon, ich wollte natürlich sagen, das Kennzeichen der ’sozialen Gerechtigkeit’ hätte.
Was mich zu einem älteren Herrn bringt, der die Botschaft verkündet, daß es keine Freiheit ohne soziale Gerechtigkeit gebe – was wiederum nahezu ekstatische Zuckungen unter seinen Fans hergerufen zu haben scheint; zumindest, wenn man dem Artikel Glauben schenkt, zu dem einen dieser Klick geleitet…
http://nachrichten.t-online.de/spd-vordenker-eppler-fordert-gerechtigkeit-statt-marktradikalismus/id_20587310/index
… und ich muß gestehen, daß ich nicht einmal Scham empfand, als ich merkte, daß mir beim Lesen des Textes die Frage an mögliche positive Wirkungen von Euthanasie durch den Kopf ging. Aber das wäre ein ganz anderes Thema.
Da das Problem lediglich von jenen wahrgenommen wird, die langfristig denken, dazu noch aus dem Blickwinkel einer Kulturstufe, von der aus überhaupt Ambitionen bestünden, etwas erhalten zu wollen, wird es sich um eine verschwindend geringe Minderheit handeln, die Auswege sucht oder gar Ausbrüche unternimmt, zumal diese einen Sprung aus dem abwärts rollenden Getriebe bedeuten, in welchem es sich bequem bis zur Endstation fahren ließe.
Was aber ist der Ausweg? Die Antwort hängt zunächst einmal davon ab, was der Suchende erhalten will. Das Vaterland? Die Rasse? Die Religion? Das Abendland? Die Kultur? Die Stände? Das Patriarchat? … Ist denn überhaupt „die Erhaltung“ ein Selbstzweck, wo die Menschheit laufendem Wandel unterliegt, junge Völker aufbrechen, um Geschichte zu schreiben, und alte Völker an ihrer Schwäche zugrunde gehen?
Und wenn Sie wirklich einige Hunderttausend Menschen zusammenbekämen, mit denen sich eine neue Kultur schaffen und ein funktionierender, dynamischer Staat als Ordnungsgefüge aufbauen ließe, oder auch nur eine Gemeinschaft, die groß genug wäre, um von einer Schutzmacht als autonome Struktur akzeptiert zu werden – bspw. Hutterer, Amish People -, dann stellen Sie sich die Frage, wie lange Sie einerseits leistungsfähig sein dürfen, ohne Neid und Okkupationsgelüste der Nachbarn hervorzurufen und andererseits, wie Sie Ihre Leistungsfähigen, aber im starren Ordnungsrahmen der Gemeinschaft Verhafteten vor den Verlockungen babylonischer Metropolen schützen wollen.
Ein Volk oder eine Kultur entwickeln sich aus sich selbst heraus, aus den kollektiven Erfahrungen, vor allem Notsituationen, die Mythen verdichten und die gemeinsame Grundlagen des Handelns herstellen. Sie werden nicht von kühlen Köpfen am Schachbrett entworfen. Von daher scheint es für das wie Treibsand zerrinnende Volk A nur die Möglichkeit zu geben, von Volk B mitgerissen zu werden oder sich den aufstrebenden Gruppen C, D, E … anzuschließen. Das würden die Vertreter von Volk A nur widerstrebend, sehen gerade sie doch das aggressive Volk C als Gefahr für das eigene Überleben und müßten sie doch ein Teil des Eigenen über Bord werfen, schlössen sie sich der traditionalistischen Religion D an.
Am Ende bleibt wohl nicht mehr, als erhobenen Hauptes trutzig junge Apfelbäume in die Erde zu pflanzen, soweit das überhaupt noch geht, und aufrecht und würdevoll dem, was man liebt und wozu man im Glück wie im Unglück gehört, die Totenbahre so schön wie möglich zu schmücken.
Warum so pessimistisch, nwr?
Es ist doch ganz einfach. Wir müssen nur noch mehr Frauen in Führungspositionen tun und die NPD verbieten – dann bricht das femino-xenophile Paradies aus.
Und ich glaube, Experten der Christian, XYZ- und xtra7-Klasse sehen das genauso.
.
Noch was?
Ja sehe gerade, wer die menschliche Gesellschaft will muss die männliche überwinden.
Pessimistisch? Ist es pessimistisch, bei einem alten Opa an die Nachlaßverwaltung zu denken?
Und Sie können sogar optimistisch sein. Die patriarchalische, tiefreligiöse, antifeministische, aggressive, unzivilisierte … Kultur kommt früher oder später wieder nach Europa zurück, wenn es auch nicht die abendländische Kultur sein wird. Und das Witzigste daran ist: Die ultrafortschrittlichen, gendermaingestreamten, kinderlosen Metropolisten von heute sind die Katalysatoren dieser Entwicklung. Nur kümmert sie es nicht, da sie im Augenblick leben: geschichtslos und gesichtslos und perspektivlos.
„… kommt zurück“?
Schön wär´s. Sie ist schon da.
Aber das ist ein anderes Kapitel, denn wir wollen ja nicht islamophob sein.
In Norwegen sind die Muslime zwar noch in der Minderheit – bei den Vergewaltigungen haben die aber die Eingeborenen bereits 18:1 abgehängt.
Nur komisch, von der ansonsten hyperaktiven „Stoppt Gewalt gegen Frauen“-Fraktion hört man – ein dröhnendes Schweigen.
Also lasst uns mehr FrauInnen in Führungspositionen tun und die NPD verbieten.