„Kulturpreisverleihungen gelten oft ausgerechnet jenen ,Künstlern’, deren Werk nichts taugt
und deshalb eigentlich unverkäuflich ist. Gleichzeitig sind sie aber politisch korrekt
und daher unbedingt förderungswürdig.“ [1]
Ronald Gläser

Die umstrittene Journalistin Andrea Röpke wurde im März 2009 in der bundesdeutschen US-Botschaft „überraschend von der US-Regierung für Ihre Arbeit gegen den Rechtsextremismus in Deutschland ausgezeichnet“ [2] und betreibt damit ein regelrechtes Preise-Sammeln-gegen-Rechts. Die Botschaft teilte diesbezüglich mit: „Zum dritten Mal erhielt dieses Jahr eine Reihe mutiger Frauen aus der ganzen Welt den Secretary of State’s Award for International Women of Courage. Es ist die einzige Auszeichnung innerhalb des US-Außenministeriums, die zu Ehren herausragender internationaler weiblicher Führungskräfte vergeben wird. Diese Auszeichnung würdigt den Mut und die Führungsrolle von Frauen in ihrem Kampf für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte.“ [3]
In einem daraufhin durchgeführten Interview mit „Mut gegen rechte Gewalt“ [2] stellte die Gewürdigte die Stigmatisierung „alternativer Jugendlicher“ in eigenwilliger Orthographie und Stilistik [4] so dar: „Die alternativen Jugendlichen sind meist die, die kreativ gegen Rechtsextremismus kämpfen und müssen viel mehr gestärkt werden. Ihnen muss signalisiert werden, das ihre Arbeit richtig und wichtig ist. Allerdings werden sie oft stigmatisiert, indem sie alle in die linke Ecke gepackt werden.“ Jedoch audiatur et altera pars: Zu ihrem eigenen Tagesgeschäft gehört genau das „Packen“ bestimmter „alternativer“ Jugendlicher in rechte Ecken zum Zwecke der Stigmatisierung.
Kommunale Entscheidungen werden von Frau Röpke dann kritisiert, wenn mit ihnen die kreative Möglichkeit von Krawallen unterbunden werden soll: „Wenn sie eine kreative Gegenveranstaltung zu einem Nazi-Aufmarsch planen, wird sie von der Stadt verboten, mit der Begründung, dass es zu Krawallen kommen könnte. Dabei muss man den Nazis doch immer zeigen, dass sie nicht geduldet werden.“ Wirklich immer? Die Dynamik, einen politischen Gegner auch mittels Gesetzesverstößen und Mißachtung der Grundsätze der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekämpfen zu wollen, ist in einem als extremistisch definierten Milieu durchaus virulent.
Für Andrea Röpke „war der Umgang der Medien mit dem Fall Mannichl aus Passau ein einschneidendes Erlebnis. Wie schnell sich da plötzlich die Sympathie der Medien verändert hat: Vom hochgelobten Kämpfer gegen Rechtsextremismus zu einem Mann, der sich möglicherweise das mit dem rechtsextremen Überfall nur ausgedacht haben soll.“ Das mediale Fazit? Unbequeme Wendungen unter den Tisch fallen lassen? Offenkundige Fragwürdigkeiten verschweigen? Antifaschistische Heldenverehrung selbst tönerner Kolosse? Mannichlpulierung bis zum Endsieg über den imaginären Faschismus?
Bei der Frage, ob sie „manchmal Probleme“ habe, ihre „Beiträge los zu werden“, antwortete Andrea Röpke: „Also manchmal wird man das Thema gar nicht los. Es gilt ja oft als Quotenkiller.“ Das aufgebauschte Rechtsextremismus-Gespenst interessiert also eigentlich kaum noch jemanden. Damit wird es verständlich, daß langweilige Bildaufnahmen über rechte Kinderferienlager mit Hitlergrüßen, Blut, Scheinhinrichtungen, Springerstiefeln und Brandsätzen aufgepeppt werden müssen, um dem von Horrofilmen und Katastrophennachrichten verwöhnten Fernsehkonsumenten wenigstens ansatzweise eine Gruselshow zu bieten.
Zur Gefährlichkeit ihrer journalistischen Arbeit befragt – schließlich sollen im Internet Steckbriefe über sie kursieren [5] – stellte Röpke fest: „Wir werden auf Demonstrationen mal bespuckt, rumgeschubst und bedroht. ich wurde schon zuhause gefilmt.“ Das klagt ausgerechnet jemand, dessen Tagesgeschäft darin besteht, andere Leuten heimlich abzufilmen und mit Veröffentlichungen in linksextremistischen Publikationen und Vorträgen vor Antifa-Vereinen die „Fahndungs- und Ziellisten militanter Anti-Faschisten“ zu bedienen. Daß dieser Person trotzdem (natürlich nicht: deswegen) von dem Innenstaatsekretär eines Bundeslandes im Rahmen einer offiziellen Preisverleihung Grußworte eines Ministerpräsidenten übermittelt werden und sie für die US-Administration eine „herausragende weibliche Führungskraft“ ist, mag Verwunderung hervorrufen. Manus manum lavat?
Während beispielsweise der Journalist Gerhard Wisnewski vom WDR geschaßt wurde, weil er in seinem Dokumentarfilm „Aktenzeichen 11.9. ungelöst“ Ungereimtheiten bei den Anschlägen vom 11. September 2001 darstellte und – obwohl Kritiker „keinerlei Fehler in dem Film“ hätten nachweisen können – diese Dokumentation in den „Giftschränken“ des WDR liegen soll, werden zu Inszenierungen zusammengeschnittene Bilder der Journalistin Andrea Röpke gerade wegen ihrer manipulativen „Verdichtung“ [6] mit Medienpreisen bedacht. Wenn Wisnewski also feststellt, daß an ihm „ein Exempel statuiert wird, das andere Filmemacher und Journalisten einschüchtern soll, die sich mit dem 11. September befassen“, so bewirken offiziös inszenierte oder geförderte Preisverleihungen für „couragierte Führungskräfte“ das genaue Gegenteil.
So könnte man meinen, die von den Administratoren gewürdigte „Unerschrockenheit“ und „mutige Zivilcourage“ besteht eben nicht darin, mögliche Manipulationen der Bürger durch die Regierung aufzudecken, sondern im Gegenteil einen manipulativen Konsensjournalismus abzuliefern, Feindbilder zu produzieren und damit bestimmte Emotionen der Masse – Angst, Empörung, Haß – zu kanalisieren.
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[1] Eigentümlich frei: „Fernsehpreise: Selbstbedienungsladen Staatskultur“, 14.05.2009
[2] Mut gegen rechte Gewalt: „Quotenkiller Rechtsextremismus“, 12.03.2009
[3] Diplomatische Vertretungen der USA Deutschland: „Journalistin Andrea Röpke im Rahmen des ,International Women of Courage Award’ von der US-Botschaft in Berlin geehrt“, 11.03.2009
[4] Stil, Inhalt, Zielrichtung, Rechtschreibung und Grammatik sind bei den mit „Andrea Röpke“ unterzeichneten Schriftbeiträgen meist sehr vielfältig, so daß man entweder Schizophrenie, wechselnde Lektoren oder eine unter dem Namen „Röpke“ veröffentlichende Antifa-Mannschaft attestieren könnte, die nebenbei durch unzählige Bewerbungen bei potentiellen Preisverleihern den „Markennamen“ zu protegieren versucht.
[5] Trotz intensiver Suche waren Steckbriefe im Internet über Frau Röpke nicht auffindbar.
[6] netzwelt: „Kurzfilm: Die Manipulation durch die Medien“, 17.12.2007
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