„Nazialarm in Slubice? Fehlalarm. Die kahlköpfigen Deutschen,
die gerade in der Zigarettenstraße im Nachtladen stehen, sind keine Nazis.“ [1]
slubice.de & frankfurt.pl

Körperkult und Sexismus - Die neue Nazi-Chamäleon-Generation?
Seit Dienstag wissen wir dank der repräsentativen Umfrage des investigativen Wissenschaftlers mit kriminologischer Spürnase, Christian Pfeiffer, wie gefährlich die 15-Jährigen sind. Sie sind nicht nur ausländerfeindlich und antisemitisch, sondern en masse heimliche Mitglieder in Neonazi-Kameradschaften. 30.000 organisierte Fünfzehnjährige (20.000 Jungen, 10.000 Mädchen) sind es, „die in der Tradition des historischen Nationalsozialismus einen rassistischen, nach dem Führerprinzip ausgerichteten und von einer totalitären Einheitspartei beherrschten Staat anstreben.“ [2]
Bisher konnte man sich noch ruhig zurücklehnen: „In der Bundesrepublik gibt es nach Angaben des Verfassungsschutzes etwa 150 Kameradschaften, ob diese alle aktiv seien, sei allerdings unklar. Unabhängige Beobachter zählten rund 200 solcher Neonazi-Banden. … Kameradschaften haben laut Verfassungsschutz etwa 5 bis 20 Mitglieder.“ [3] Machte bislang 750 bis 4.000 Neonazi-Kameradschafter aller Altersgruppen. Bei nunmehr geschätzten 340.000 Kameradschaftern zwischen 15 und 25 Jahren „müssen sich somit mindestens weitere 17.000, höchstens aber 68.000 weitere rechte Kameradschaften irgendwo in Deutschland verborgen halten.“ [4] Erstens wurden hier nur die Jungen gezählt [5] (mit Mädchen wären es bis zu 100.000 zusätzliche Kameradschaften) und zweitens ist nicht nachgewiesen, daß die Zahl auf die 15- bis 25-Jährigen generell umzubrechen wäre. Vielleicht ist der 1994er nur ein besonders faschistischer Jahrgang.
Daß das Heer der 30.000 fünfzehnjährigen Kameradschafter dem Inlandsgeheimdienst noch nicht aufgefallen ist, kann einfache Gründe haben. So stellt die Verfassungsschutzbehörde fest: „Das Einstiegsalter liegt bei etwa 16 Jahren; das Durchschnittsalter liegt bei 20 bis 25 Jahren.“ [6] Die Neuntklässer sind also bereits Mitglied, geben das dem Verfassungsschutz jedoch erst mit 16 Jahren bekannt. Solche Outing-Geburtstage finden seit diesem Dienstag über ein Jahr statt, und zwar 30.000 mal. 30.000 mal Glatzenbesäufnisse mit Heil-Hitler-Gegröle, steifem Arm und NSDAP-Bomberjacke, 82 Nazifeten bundesweit pro Tag, alle 17 Minuten eine – das wird ein hartes Jahr für Antifa und Polizei. Dabei hatte die überaus investigative Journalistin Andrea Röpke bereits im Jahr 2006 die Naziwarnung ausgerufen: „Die bundesdeutschen Behörden gehen mittlerweile von 200 Kameradschaften aus, Insider behaupten, es wären weitaus mehr.“ [7] Im Jahr 2006 war das braune Heer der 15-Jährigen zwar noch 12 Jahre alt, aber Journalistin Röpke ist bekannt dafür, daß sie bereits Kinder nach faschistoiden Gesinnungen observiert und somit anderen Rechtsextremismusexperten um mindestens eine Nazigeneration voraus ist.
Allerdings weiß man, worauf es nach diesen Schreckensmeldungen ankommt: „Für die Erforschung regionaler Unterschiede ist nun eine Nachfolgestudie nötig, dann müssen Präventionsmaßnahmen untersucht werden. Alarmismus hilft, die Anschlussfinanzierung zu sichern.“ [8]
Statistisch interessant ist auch das Konjunkturprogramm der rechten Gewalt.
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[1] http://slubice.de/texte/041202.html
[2] Verfassungsschutzbehörden Norddeutschland: „Neonazistische Kameradschaften“, 2007
[3] Npd-blog.de: „Jeder 20. Neuntklässler in einer Kameradschaft?“, 10.03.2009
[4] Politplatschquatsch: „Fantastrilliarden neue Rechte“, 18.03.2009
[5] Der Anteil der 0 bis 15-Jährigen wird bundesweit auf 15 % geschätzt, demnach kann man die 15-Jährigen auf 1 % der 82 Millionen Einwohner der BRD schätzen, macht etwa 800.000 Fünfzehnjährige, davon 400.000 Jungen und 400.000 Mädchen. 5 % Prozent Jungs sind 20.000, 2,5 % Mädchen sind 10.000. Summa summarum 30.000 fünfzehnjährige Kameradschaftsmitglieder.
[6] LfV Niedersachsen: „Neonazistische Kameradschaften“, o.J.
[7] Bundeszentrale für politische Bildung: „Braune Kameradschaften“, 11.09.2006
[8] Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Alarmiert“, 17.03.2008
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